Uri Caine - Improvisation

Uri Caine (* 8. Juni 1956 in Philadelphia, Pennsylvania) ist ein US-amerikanischer Pianist und Keyboarder, der sowohl im Jazz als auch in der Klassik beheimatet ist.

Uri Caine entstammt einer intellektuellen jüdischen Familie und ging in seiner Kindheit auf Schulen mit hebräischer Unterrichtssprache. Diese sprachliche Umgebung wurde auch durch die Eltern aufrecht erhalten, die Wert darauf legten, mit ihm und seinen Geschwistern auf Hebräisch zu sprechen. Sein Vater, Burton Caine, war Anwalt und wechselte dann in den Lehrbetrieb der Temple Law School (Philadelphia). Seine Mutter, Shulamith Wechter Caine, ist Dichterin und unterrichtet am Drexel Institute (ebenfalls Philadelphia).

Uri Caine begann im Alter von sieben Jahren Klavier zu spielen, mit zwölf Jahren wurde er für vier Jahre Schüler des französischen Pianisten Bernard Peiffer, der zu dieser Zeit in Philadelphia weilte. Es folgte ein Studium der Komposition unter George Rochberg und George Crumb an der University of Pennsylvania, während dieser Zeit spielte er in lokalen Jazzclubs. Nach dem Schulabschluss reiste er nach Israel, um zu sehen, ob er sich vorstellen könnte dort zu leben, doch schließlich entschied er sich wegen der von ihm erhofften Möglichkeiten der New Yorker Jazz-Szene für diese Stadt und spielte dort anschließend mit Musikern wie Barry Altschul, Don Byron, Dave Douglas, Sam Rivers zusammen.

Seit seinem Umzug nach New York City hat Uri Caine 19 CDs für das Münchner Label Winter&Winter aufgenommen, zuletzt "The Othello Syndrome", welches 2009 für den Grammy nominiert wurde. Neben den Aufnahmen mit seinem Jazztrio und dem von ihm gegründeten Bedrock Trio liegt ein Schwerpunkt auf seinen Arrangements von Werken der Komponisten Mahler, Wagner, Beethoven, Bach und Schumann.

In den letzten Jahren hat Uri Caine eine Vielzahl von Auftragskompositionen u.a. für die Wiener Volksoper, Seattle Chamber Players, das Beaux Arts Trio, das Baseler Kammerorchester, Concerto Köln und das American Composers Orchestra verfasst. In 2003 war Caine Direktor der Biennale für Musik in Venedig, wo auch sein Werk "The Othello Syndrome" zur Uraufführung kam.
Aufführungen mit seiner Bearbeitung der "Diabelli-Variationen", die er zusammen mit Werner Ehrhardt und Concerto Köln für Winter&Winter eingespielt hat, führten Caine unter anderem zum Cleveland Orchestra, dem Moscow Chamber Orchestra, das CBS Orchestra in Kanada sowie dem Swedish Chamber Orchestra. Im Jahr 2006 war Uri Caine zudem Composer in Residence des Los Angeles Chamber Orchestra und brachte mit diesem Ensemble sowie dessen künstlerischen Leiter Jeffrey Kahane im Mai 2006 sein Konzert für zwei Klaviere und Orchester zur Uraufführung.

Als Jazz-Musiker arbeitete Caine unter anderem mit Don Byron, Dave Douglas, John Zorn, Terry Gibbs, Buddy DeFranco, Clark Terry, Rashid Ali, Arto Lindsay und vielen anderen zusammen. Konzerte führten ihn zu Jazz Festivals wie The North Sea Jazz Festival, Jazz Baltica, Montreal Jazz Festival, Monterey Jazz Festival, Newport Jazz Festival, San Sebastian Jazz Festival, Vittoria Jazz Festival, JVC Festival. Im Bereich der klassischen Musik war er unter anderem bei den Salzburger Festspielen, der Münchner Oper, dem Holland Festival, Israel Festival, beim IRCAM Paris und der Great Performs at Lincoln Center Series zu Gast.

Seit 1999 ist Uri Caine mit der Bildhauerin Jan Galperin verheiratet, die er schon seit seinen Studienzeiten kennt.

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